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Samstag, 25. Juni 2016

Okay okay

Ihr lieben,
jetzt ist es schon fast ein Jahr her seit ich etwas gebloggt habe. Der Alltag hat uns fest im Griff und ich bin der Meinung, dass es gar nicht mehr so viel interessantes zu berichten gibt ueber unser Leben, nachdem der ganze aufregende Teil der Auswanderung langsam vorbei ist. Alltag eben.

Dennoch erreichen mich immer wieder Kommentare und Posts die nach Updates fragen, was mir ein gewisses Interesse an unseren naechsten Schritten zeigt. Auch wenn ich heute nicht sagen kann in welchen Abstaenden ich Blog Posts schreiben werde habe ich mich entschlossen, erst mal ein wenig weiter zu machen.

Fuer heute versuche ich einfach mal das letzte Jahre zusammenzufassen:

Wir wohnen noch immer in unserem Haus in St. Johns und haben es uns inzwischen sehr gemuetlich gemacht. Darunter zum Beispiel eine neue Innenfarbe im Wohnbereich oder einen Backsplash in der Kueche. Aber auch draussen haben wir unser sogenanntes Landscaping aufbegessert mit Curbings (das sind betonierte Rahmen an den Beeten), Ziersteinen statt Rindenmulch und einen neuen Rasen im hinteren Garten. Ich hatte ja schon mehrfach erwaehnt dass hier in der Gegend das St. Augustine Gras verwendet wird was eigentlich mehr Unkraut wie Rasen ist. Es sieht zwar schoen aus, ist aber ziemlich unangenehm zum drueberlaufen (und auch zu maehen).
Absolutes Highlight ist jedoch die Palme, die wir von meinem Dad im Dezember als Geschenk bekommen haben. Eine wunderschoene Geste mit Tiefgang, denn die Palme wird fuer immer an ihn erinnern und immer eine besondere Bedeutung fuer uns haben.... und sie sieht mega schick aus vor unserem Haus!



Ich habe noch immer meinen Job, der mir viel Spass macht und sich gut mit dem Privat- und Familienleben vereinbaren laesst. Mir bleibt genuegend Zeit um mit der Familie etwas zu unternehmen, was ich nach wie vor als absoluten Luxus empfinde.
Unsere Familienhighlights waren eine Kreuzfahrt im Januar mit Royal Caribbean (Oasis of the Seas), ein Kurzurlaub in Sarasota bei Astrid und Andi (topricalfruitgarden.com) sowie diverse Konzertbesuche (Luke Bryan, Jason Aldean) oder das Kindermusical Daniel Tiger.



Momentan befinden wir uns mit Familie Menesi in Fort Pierce und geniessen eine traumhafte Woche in einem Ferienaus mit Pool und nahe am Strand. Nicht zu vergessen auch das verlaengerte Wochenende in New Orleans mit meinem Dad, was ueber Jahrzehnte ein grosser Traum von ihm war.



Helene ist unsere Prinzessin und entwickelt sich rasend schnell zu einer richtigen kleinen Lady. Obwohl wir mit ihr nur deutsch sprechen sticht das Englische immer mehr durch, was hauptsaechlich von der Preschool kommt. Momentan sind Ferien aber von September bis Mai war sie 2x pro Woche in einem Kindergarten wo sie rein auf englisch unterrichtet worden ist.
Im Sommer wird sie dann auf eine neue Schule gehen, die etwas naeher an unserem Haus liegt und ebenso auf dem Weg zu meiner Arbeit ist. Bislang musste Annika ca. 25min fahren, was fuer einen 3h Tag im Kindergarten einfach zu aufwaendig auf Dauer ist.



Last but not least unsere groesste Neuigkeit ist, dass wir unseren zweiten Nachwuchs erwarten. Anfang August ist der errechnete Geburtstermin und wir werden einen Jungen bekommen. Alles verlaeuft soweit positiv so dass wir voller Vorfreude sind auf unseren Zuwachs. Helene wird eine grossartige "big sister" sein. Natuerlich stellt uns das auch vor grosse Herausforderungen, haben wir ja keine Familie um die Ecke die mal eben einspringt. Natuerlich wird die Family hier sein fuer ein paar Wochen, aber am Ende muessen wir lernen als Familie alles Herausforderungen zu viert zu meistern. Ich denke wir werden das gut hinbekommen und wir sind bester Dinge.
Eine Schwangerschaft verlaeuft hier in den USA ein wenig anders was die Untersuchungen etc. angeht, so dass es auch hier wieder viel zu lernen gab. Vor 2 Wochen hatten wir eine Krankenhaus Tour wo wir den Familien-Trakt besichtigt haben. Wir sind gut vorbereitet aber ein bisschen Unsicherheit und Aufregung bleiben.

Ich denke im Zeitraffer war das ein ganz guter Ueberblick - ich werde sicherlich einige Themen in mehr Details spaeter aufgreifen. Ihr koennt mir auch gerne Kommentare hinterlassen, was euch am Meisten interessiert, bin da ja flexibel.

So long - alles im Lot, uns geht es gut und wir haben gerade ein mega aufregendes Project "Baby" am Start. Auch 2.5 Jahre nach der Auswanderung wird es uns nicht langweilig.

Bis zum naechsten Mal.

Song of the Day - Babysitter Boogie - Ralf Bendix

Freitag, 10. Juli 2015

Ja sie leben noch!

Hallo Freunde und Leser unseres Blogs - und damit die Frage gleich beantwortet ist: ja, wir leben noch, alles gut und wir sind noch immer da wo wir uns das letzte Mal gelesen haben....

Es ist etwas Zeit vergangen, was ich daran gemerkt habe, dass ich im Deutschland Urlaub mehrfach angesprochen wurde, dass ich mal wieder bloggen muss. Und siehe da - der letzte Post stammt doch tatsaechlich aus April... irre wie die Zeit vergeht.

Kurzer wrap up, bevor es zu unserer ersten Deutschland (und Austria) Reise seit der Auswanderung geht:
Es war viel los bei uns, angefangen von Besuch aus Deutschland, Arbeit in und am Haus, der Suche nach einem Kindergartenplatz und last but not least den relativ spontanen Entscheidungen ein anderes Auto zu suchen sowie eine Augen-Laser OP zu machen. Dazu sicherlich demnaechst mehr, denn ich nehme mir fest vor, wieder etwas mehr und regelmaessiger zu schreiben.

Am 15.6. war es dann soweit und mein erster Deutschland Besuch seit 1,5 Jahren stand an. Annika war mit Helene ja im Februar schon mal 2 Wochen und nun stand der Plan, mit der ganzen Familie zu fliegen. Wir haben Delta genutzt von Jax ueber Atlanta nach Frankfurt. Da Helene noch keine 2 Jahre ist konnten wir sie relativ guenstig mitnehmen, allerdings auf dem Schoss, nicht mit eigenem Sitz. Ist schon anstrengend fuer ein kleines Kind, so eine lange Reise, aber die Maus hat das wie immer toll gemacht.
Ich habe dann erst mal eine Woche aus dem Frankfurt Office gearbeitet waehrend Annika mit Helene Freunde und Familie besuchen konnte. Abends habe ich mich dann entsprechend dazugesellt, aber da wir nur eine Woche waren, habe ich entsprechend wenig geschafft. Von daher Entschuldigung an alle, bei denen ich mich nicht gemeldet habe - ehrlich gesagt habe ich das so gut wie ueberhaupt bei niemandem getan, weil ich einfach kaum Freizeit hatte.
Die restliche Zeit haben wir dann in Wien (bzw. Guntramsdorf) verbracht bei meinem Dad. Bei traumhaftem Wetter hatten wir eine tolle Zeit und konnten Helene mit ihren beiden Cousinen Anna und Sofia bekannt machen. Fuer Annika und mich sprangen auch noch 2-3 Nachmittage freie Zeit raus, was auch mal sehr schoen war.

Wo der deutsche Tourist in USA die Outlets stuermt und Hilfiger & Co. leer kauft haben wir die US Resident Tour gemacht - dm und REWE. Ihr glaubt gar nicht, wie erfuellend so eine Stunde in einem dm Drogeriemarkt sein kann. Es gibt einfach so viele Produkte, die man in USA entweder nur sehr schwer findet und dann meist auch noch sehr teuer. Beispiel gefaellig: AXE Spruehdeo, Preis in D 2,79 EUR - Preis in USA 6,49$.
Auch im REWE war es mal wieder beeindruckend zu sehen, wie billig bestimmte Lebensmittel in D sind. Vor allem die Milchprodukte.... vom Suessigkeiten-Trip sind wir gott sei dank runter, da haben wir ueberhaupt nichts gekauft. Die Hanuta und Duplos essen bei uns meist nur die Deutschen Besucher ;-)

Ich denke die Frage, die viele interessiert ist - wie sieht man die alte Heimat, wenn man 1,5 Jahre woanders gelebt hat?

Dazu einfach ein paar Dinge, die mir persoenlich so aufgefallen sind:
- man ist laenger damit beschaeftigt, einen Parkplatz zu suchen als einzukaufen bzw. das zu machen fuer das man den Parkplatz braucht
- Strassen sind i.d.R. nur einspurig, hat man eine lahme Ente vor der Nase hat man Pech
- die Zahlungsmittelakzeptanz eines Fahrkartenautomats gleicht einer Lotterie und 18 EUR Wechselgeld in Muenzen suckt wenn der Geldbeutel kein Muenzfach hat
- wenn man in der Eisdiele ein Eis in der Waffel kaeuft und sich dann an einen Tisch setzt, fliegt man aus dem Laden, obwohl man eigentlich zahlender Kunde ist
- keine Klimaanlage zu haben bei 35C suckt
- es gibt einfach kein schoenes deutsches Wort fuer sucken ;-)
- Oeffentlicher Nahverkehr - eine laengst vergessene Verkehrsoption in deutschen und oesterreichischen Grosstaedten
- auf die Bahn ist Verlass - obwohl ich nur 5 Tage Bahn gefahren bin, hatte ich einen schoenen 40min Aufenthalt im schoenen Roedelheim ohne auch nur den Hauch einer Durchsage
- ohne Regenschirm aus dem Haus zu gehen, selbst bei schoenstem Wetter, ist keine gute Idee - sofern man nicht nass werden moechte
- obwohl man fuer jedes Wetter etwas dabei hat / besitzt, hat man immer das Falsche an
- obwohl der Fernseher aus ist kann man sich nicht sicher sein, dass einem Kai Pflaume ueber den Weg laeuft (bzw. im Viaker gefahren wird)
- ein Sackerl (deutsch Tuete) fuer Lebensmittel musst du bezahlen, ein Sacherl fuers Kackerl (deutsch Hundekot) gibts gratis - klare Prioritaeten wuerde ich sagen
- Saturn-Verkaeufer arbeiten nur auf Zuruf und verkaufen auch nur, wenn gerade nix anderes zu tun ist

So und wer mich kennt, der weiss obiges einzuordnen und wer mich nicht kennt: da ist der ein oder andere kommentar ironisch gemeint ;-)

Was haben wir am Meisten genossen?
- Helene konnte mit den jeweiligen Grosseltern Zeit verbringen und auch den Rest der Familie kennenlernen (bewusst)
- Mama und Papa durften mal ein paar Stunden wieder Annika und Simon sein
- Heuriger, Wein, Radler, Haselnuss-Schnaps
- Durch die Innenstadt schlendern
- dm und REWE (bzw. BIPA und BILLA)
- diverse Delikatessen (Weisswurscht, Breze, Doener, Kaiserschmarrn, Wiener Schnitzel, geroestete Knoedel, Brotzeit)

Ein besonderer Dank gilt unseren Familien, die es uns sehr einfach gemacht haben diesen Trip zu gestalten. Wir hatten immer ein Auto zur Verfuegung inkl. Kindersitz, es gab Hochstuehle, gutes Essen und viel gemeinsame Zeit. Toll war auch dass wir bei Kai und Ann's Hochzeit dabei sein durften und so viele Familienmitglieder auf einmal treffen konnten und auch der Besuch meiner Tante und Cousine, die extra von Muenchen nach Wien gekommen waren, hat uns sehr geruehrt.

Mal sehen, wann wir uns das naechste Mal sehen....




In diesem Sinne - have a good one!

Song of the day: Koenig von Deutschland - Rio Reiser

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