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Mittwoch, 22. Juli 2015

18 Monate Jacksonville, 18 Monate Abenteuer in Amerika

Ein kleines Fazit:

Wir fuehlen uns sehr wohl dort, wo wir gelandet sind und unser gesamtes Projekt Amerika ist bis jetzt voll aufgegangen.

Unser Leben ist aufregend, abwechslungsreich und bietet uns noch so viele Moeglichkeiten, die sich gar nicht alle so spontan aufzaehlen lassen.

Was hat sich fuer uns in dieser Zeit veraendert?

Eine ganze Menge: zunaechst haben wir mehr Zeit zusammen als Familie, da der Arbeitsweg deutlich kuerzer ist und die Verkehrssituation in Jacksonville relative entspannt ist. Diese gemeinsame Zeit koennen wir hier auch viel effektiver nutzen, da uns das Wetter viele Moeglichkeiten dazu gibt. Das hat auch dazu gefuehrt, dass wir aktiver sind, mehr draussen und mehr in Bewegung.

Wir versuchen mindestens 2x die Woche Sport zu machen und auch sonst mindestens einmal am Abend etwas schoenes wie einen Strandspaziergang, einen Einkaufsbummel oder einfach nur gemuetlich grillen.

Seit wir das Haus haben konnten wir auch viele neue Bekanntschaften in der Nachbarschaft machen. Besonders nett ist es mit unseren direkten Nachbarn, weil die einen kleinen Sohn haben, der nur einen Monat juenger ist als Helene. Die beiden fangen langsam an, miteinander zu spielen und so ist es auch oft Abends so, dass wir in einer unserer beiden Einfahrten stehen, reden und den Kindern beim spielen zuschauen.

Beruflich ist auch alles weiterhin am Laufen, Jacksonville ist nach wie vor ein wachsender Standort und innerhalb des Konzerns viel beachtet. Das locale Management legt viel Wert auf einge eigene Identitaet hier in Jax und foerdert networking durch zahlreiche Events, an denen ich mich mehr und mehr auch beteilige. So zum Beispiel letzte Woche ein Speed-Networking Event mit vielen wichtigen Entscheidnugstraegern oder naechsten Monat ein gesponsortes Golf-Outing an einem der schoensten Plaetze in der Gegend.

Last but not least haben wir auch ausserhalb der Nachbarschaft viele liebe Menschen kennengelernt und uns einen sehr netten Freundeskreis aufgebaut. Wir sind hauptsaechlich am Grillen, weil das einfach, entspannt, lecker und mit den Kindern unkompliziert ist.

Wie ihr seht, soweit hier alles gut. In Kuerze wieder mehr mit spezielleren Themen.

 

Song of the day: Living in America – James Brown

Sonntag, 6. Juli 2014

Unser 5-Monats-Update

Long time no see!
Sorry für die lange Pause, aber bei uns ist im Moment viel los und da ist das bloggen etwas hinten runter gefallen...

Vor kurzem haben wir unser 5-Monatiges Jubiläum gefeiert. Wie schnell vergeht hier bitte die Zeit?

Inzwischen haben wir uns sehr gut eingelebt, das ist uns immer mehr bewusst. Fühlt sich an wie "zu Hause".
Das liegt vor allem an mehreren Dingen - hierzu ein kleines Update:

1) Wir haben eine sehr schöne Wohnung / Wohnanlage und fühlen uns sehr wohl. Man gewöhnt sich schnell an die Annehmlichkeiten hier und es ist immer mal wieder einen Moment lang komisch, weil man sich eher fühlt wie im Urlaubshotel. Jetzt wo die Maus immer größer wird ist es einfach sensationell mit ihr im Baby-Splash-Pool zu spielen und die Sonne (bzw. eher den Schatten) zu genießen.
Auch die Umgebung ist einfach schön - man kann am Strand spazieren oder im Park. Alles sehr gepflegt und gut in Schuss.

2) Wir haben sehr viele nette Menschen kennengelernt und uns einen kleinen Bekannten- und Freundeskreis aufgebaut. Das hätte ich mir niemals vorgestellt, dass das so schnell so wird. Besonders toll ist die Tatsache, dass wir auch einige sehr nette Kontakte mit Kindern haben, so dass Annika schon auf diverse Playdates gehen konnte und auch weiterhin viel und gerne mit anderen Müttern unternimmt.
Darüber hinaus wurden wir jetzt schon ein paar Mal eingeladen und hatten wiederum auch schon einige Male Besuch bei uns zu Hause. Zuletzt hatten wir am Nationalfeiertag - dem 4th of July - eine nette Einladung von Dad's ehemaligem Arbeitskollegen, da mein Dad aktuell auf Besuch hier ist.
Es gab ein traditionelles Barbecue mit Burgern und Hotdogs. Eigentlich auch mit Badehose wegen dem Pool, aber da hat uns leider das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht.

3) Der Maus geht es spitze - wir haben ein gesundes und munteres Kind, was uns jeden Tag ein strahlen ins Gesicht zaubert. Momentan versucht Helene sich überall hochzuziehen und bald wird sie stehen, laufen und viel Blödsinn anstellen. Helene war bislang nicht einmal wirklich krank, sieht man mal von zwei verschnupften Nasen ab, die man sich hier schon mal ab und an einfangen kann mit all der Klimaanlagen und Gewitterstürme.

4) Das Wetter ist traumhaft, wenn man es gerne warm und schwül mag. Warm ist super, die Luftfeuchtigkeit ist manchmal schon eine Herausforderung, aber am Ende gibt es halt nicht DAS perfekte Wetter.
Man hat auf jeden Fall einen hohen Verbrauch an Sonnencreme und sollte mind. 2 Sonnenbrillen besitzen, falls man mal eine nicht zur Hand hat.
Wir für unseren Teil kommen mit dem Klima super zurecht, wobei wir letzte Woche mal bei einem Ausflug nach St. Augustine über 100 Grad Fahrenheit hatten. Also so ca. 36-37 Grad Celsius. Da ist man nach kurzer Zeit einfach platt, das ist schon brutal heiß.

5) Die Möglichkeiten sind hier einfach so groß und man kann sich rund um die Uhr beschäftigen. Allein die Nähe zum Strand ist schon ein mega Asset. Auch wenn man mal einen schlechten Tag hat ist alles halb so wild, wenn man zum runterkommen 15 min am Strand entlang spaziert.
Aber auch neben dem Beach bietet Jacksonville eine Menge, was man erst nach und nach kennenlernt. Und ich bleibe dabei - es ist die gemütlichste Großstadt die ich kenne. Leben wir am Dorf und doch zentral und alle Annehmlichkeiten einer Großstadt.

Ansonsten blicken wir noch auf ein paar weitere Highlight zurück:

Mitte Juni haben wir unseren ersten Urlaub in Florida gemacht. Klingt komisch, ist aber so. Wir wollten nochmal eine andere Ecke sehen und ein paar Bekannte treffen. Daher waren wir eine Woche in Sarasota bei Astrid und Andi im Tropical Fruit Garden. Aber dazu kommt noch ein separater Blogeintrag....

Annika hat in der Zwischenzeit ihren Führerschein bestanden! Tolle Leistung, zumal der Test etwas schwieriger geworden ist. Bei mir waren es ja noch 2 Tests, wobei einer dieser Tests nur aus Schildern bestand, was im Prinzip sehr einfach ist. Seit Kurzem ist es aber so, dass es nur noch einen Test gibt mit 50 Fragen, der aber nur noch 3-4 Schilder-Fragen beinhaltet. Von daher muss man sich hier durch wesentlich mehr vom Rest der Fragen quälen.
Sofern jemand Tips zum Führerschein in Florida braucht, können wir aus unserer Erfahrung nur einen Tip geben: das offizielle Florida Drivers Manual 2x aufmerksam durchlesen. Alles was gefragt wird, steht dort drin. Hier der Link zum aktuellen Handbook.

Auch haben wir inzwischen ein weiteres Cell phone uns zugelegt. Nachdem wir mehr und mehr auch mal getrennt unterwegs sind fühlt sich das einfach sicherer an. Und irgendwie ist das schon komisch, sich ein Telefon zu teilen. Wir sind weiterhin bei T-Mobile und haben einen so genannten Family Plan. Habe ich noch geschrieben, dass die Kosten hier etwas höher liegen als in Deutschland finde ich das gesamte Pricing wieder deutlich erschwinglicher. Wir bezahlen jetzt ohne Handy 80 USD für beide mit unlimited talk und text sowie 1GB LTE data pro line. Also 40 USD pro Person, was etwas über 30 EUR sind. Da hatten wir in Deutschland deutlich mehr bezahlt.
Nette Anekdote nebenbei: wir haben unsere deutschen Verträge versucht zu kündigen mit unterschiedlichem Ergebnis. Während Annika's Vertrag problemlos aufgelöst wurde und zwar per sofort gegen Nachweis unseres lokalen T-Mobile agreements hat man mir die Auflösung versagt und will mich erst zum regulären Termin entlassen. Da hake ich aktuell gerade nach und bin gespannt wie die Geschichte weitergeht.

Interessant ist auch die Geschichte mit der credit history. Wir verfolgen das ja sehr genau und haben auch schon eine credit history aufgebaut, wenn auch noch nicht besonders gut und lange. Annika's ist etwas besser als meine, da sie einfach ihre Sachen nicht immer dabei hat und wir meistens meine Karte nutzen.
Die ideale Auslastung zum due date ist 30% des Limits, weshalb man ggf. eben kurz vorher etwas Geld auf die Karte überweisen muss, um den Balance bei 30% zum Stichtag zu haben. Habe ich aber erst etwas später gerafft und somit dauert es halt ein paar Wochen länger.
Immerhin hat es für Annika bereits gereicht, dass wir Kreditkarten-Werbung bekommen, was lt. Ratgeber ein gutes Zeichen ist. Bei ihrem favorite shopping store haben wir es dann mal gewagt und eine Kreditkarte beantragt - und siehe da - approved! Bei mir hat es leider noch nicht geklappt, ich muss wohl noch etwas länger warten.... wir brauchen ja eigentlich keine weiteren Karten, aber es hat Vorteile, wenn man mehrere Accounts hat. Da beißt sich das System am Anfang etwas in den Schwanz, aber am Ende bleibt uns nichts anderes übrig als das Spiel zu spielen. So what.

Last but not least ist aktuell wie schon erwähnt mein Dad zu Besuch und deshalb habe ich auch wenig Zeit für Bloggen gehabt. Wir freuen uns aber sehr, dass beide Großeltern uns hier regelmäßig besuchen und Helene ihre Großeltern relativ häufig sehen kann. Auch die "in-laws" Gabi und Norbert haben sich für Herbst wieder angekündigt.

Ausblick - wir stellen gerade die Weichen ob und wie es weitergeht mit uns hier in den USA. Nachdem ich ja öfters gefragt werde, ob ich auch mal wieder was arbeiten werde kann ich schon recht klar sagen: ja, muss ich. Und leider auch schon bald. Die Frage ist nur was und wo, aber dazu demnächst mehr......

Song of the day: 36 Grad - 2Raumwohnung

Donnerstag, 19. Juni 2014

WM Vorbereitung USA - Nigeria

Schon lange nichts mehr gebloggt, danke für die zahlreichen Hinweise via eMail oder Kommentar :-)

Heute möchte ich noch von der WM Vorbereitung berichten.
Mein erstes großes Sportereignis in Jacksonville - das letzte Vorbereitungsspiel der US Nationalmannschaft gegen Nigeria im hiesigen Ever Bank Field.

Unsere Freundin Judith war so nett und hat Karten besorgt und so konnte ich gemeinsam mit einer kleinen Gruppe "mixed couples" zum Spiel gehen.

Anfangen tut hier so ein Sportspektakel mit dem sogenannten "tailgating" - was im Prinzip eine Art Party auf dem Parkplatz ist, wo man je nach Ausmaß die Heckklappe öffnet und einen Cooler mit Getränken und Snacks parat hat. Das geht aber bis zu Zelten, Pavillons, Grills und dicke Musik-Anlagen. Nicht zu reden von den aufwändigen Bemalungen und Fanbekleidung.
So richtig viele Bilder davon habe ich nicht gemacht, aber eins zumindest was ich hier mal teilen kann:



Danach ging es auf ins Stadion. Hier ein paar Fakten zum Ever Bank Field, was eigentlich hauptsächlich das Stadion der Jacksonville Jaguars (NFL Football) ist.

Das Stadion gibt es seit 1995 und es fasst regulär ca. 67.000 Zuschauer. Bei Spezial-Events sogar ausbaubar bis auf 84.000.
Aktuell wird das Stadion ausgebaut und renoviert. Es entsteht u.a. die größte Videoboard der Welt und an einem Ende eine Entertainment Lounge mit Pools und Blick auf das Spielfeld. Ich bin gespannt und will unbedingt wieder hin wenn's fertig ist.


So nun aber auf zum Spiel.... etwas anstehen mussten wir schon, aber in der Zeit lernte ich den Schlachtruf der US Fans kennen:


I....
I believe....
I believe that....
I believe that we....
I believe that we will win, I believe that we will win, I believe that we will win, I believe that we will win, I believe that we will win, I believe that we will win, I believe that we will win, 
und so weiter....

Im Stadion eine schöne Atmosphäre. Das Stadion ist sehr weitläufig und bei über 30 Grad mit vorhergegangenem Regen ein wahres Sammelbecken für Luftfeuchtigkeit. Gefühlt lag die so bei 200% oder drüber....


Einlauf, Anstoss und Nationalhymne. Hier in USA ist das schon sehr emotional gemacht und man ist hier echt verdammt stolz auf sein Team. Ein toller Moment.


And now - let's play ball....



Wer Klinsi entdeckt darf sich in dessen elterlichen Betrieb gratis eine Brezel abholen ;-)

Spannende Anekdote aus der Halbzeit. Nachdem ich ca. 15min wegen Getränken (Bier) angestanden hatte teilte mir die Mitarbeiterin dann doch mit, dass sie komplett ausverkauft seien. IN DER HALBZEIT!!! HALLO????

Ein Irrer hatte es besonders eilig und wollte den Weg zu den Getränken (oder Toilette) vom oberen Rang abkürzen mit einem beherzten Sprung über die Brüstung. War halt etwas zu hoch und der Mann wurde vom Sanitäter abtransportiert. Er hat's überlebt, allerdings sicherlich nicht nur mit Prellungen. Das sah schon übel aus - Freunde von uns waren gleich nebendran und haben es hautnah miterlebt.
Ich wünsche ihm natürlich das Beste - aber bissl crazy ist das schon....

Am Ende siegte die USA gegen Nigeria mit 2-1. Das Volk war begeistert und geht jetzt voller Freude in den World Cup. Was die nur alle nicht wissen - spätestens am 26.6. wird die Siegesserie reißen und unsere Jungs werden den direkten Vergleich gewinnen.

Ein toller Tag und eine tolle Erfahrung. Ich hoffe, bald wieder bei so etwas dabei sein zu können.


Song of the day: Football's coming home - The three Lions


Donnerstag, 15. Mai 2014

Baby in Florida - ein Erfahrungsbericht

Nachdem ich einige Zeit nichts geschrieben habe geht es heute wieder weiter im Blog.
Wir hatten unseren ersten Besuch aus Deutschland und somit haben wir die letzten 2 Wochen intensiv mit meinen in-laws verbracht.

Unsere Erfahrungen mit Baby in den USA soweit:

Zusammengefasst muss ich sagen, dass es meiner Meinung nach in Amerika sehr kinderfreundlich zugeht. Was am meisten auffällt ist, dass man an jeder Ecke angesprochen wird: an jeder Supermarktkasse, im Laden oder auch in der Mall - einfach überall.
"How old is your baby", "oh she's so cute", "adorable", etc.

Natürlich werden wir auch besonders oft angesprochen, weil wir mit unserem Kinderwagen auffallen. Jetzt allerdings inzwischen nicht mehr ganz so oft, weil Helene inzwischen im Sportsitz sitzt und nicht mehr in der Babyschale. Dieser ist jetzt kein so ungewohnter Anblick mehr und ähnelt eher den Buggies, die man hier oft sieht. Bis dahin war unser "really nice stroller" aber der Renner. Kombiniert mit dem Sonnenschirm an der Seite war da ein Blickfang der seines gleichen suchte. Zuletzt haben wir die Blicke usw. gar nicht mehr gezählt, aber es war schon auffällig. Kinderwagen hier sind insgesamt viel einfacher gehalten und meist nur eine Kombination mit Carseat. So eine richtige Babyschale haben wir hier nur 1 oder 2x gesehen.

Babyfood
Bei der Nahrung muss man schon sehr genau aufpassen, was man seinem Nachwuchs gibt. Die Lebensmittelqualität ist häufig nicht so gut, zumindest bei den einfacheren oder sagen wir günstigeren Produkten. Man achtet hier also schon sehr stark darauf, dass alles "organic" ist und selbst dann gibt es noch große Unterschiede. So meiden wir beispielsweise Marken wie Gerber und nehmen stattdessen Earth's best oder Happy bellies.
Da wir ja die Mahlzeiten selbst kochen achten wir auch beim Einkauf auf organic Nahrung, die hier im Vergleich zu Deutschland schon recht teuer ist. Aber so ein Baby isst ja noch überschaubare Mengen und dann geht das schon :-)
Wir haben auch gelernt, dass man hier üblicher Weise eine andere Reihenfolge der Mahlzeiten empfielt. Man startet meist mit Cereal (Reiscereal) am morgen und fügt nach und nach solids (feste Nahrung) hinzu.
Wir kennen es noch eher nach der deutschen Methode, mittags mit Gemüse anzufangen.
Mit der Zeit haben wir uns hier versucht das beste aus zwei Welten zu nehmen und einen ganz guten Weg gefunden. Der Maus scheint es zu schmecken und sie ist zufrieden und gesund.

Zum trinken haben die Läden hier spezielles Nursing-water, weil die Leitungswasserqualität einfach unterirdisch ist. Man muss einfach darauf achten, immer das Wasser aus dem Kanister zu benutzen: zum trinken und zum kochen.

Kinderarzt
Einen guten Kinderarzt zu finden war uns sehr wichtig, weshalb wir das auch sehr früh in Angriff genommen hatten. Ich hatte berichtet.
Inzwischen waren wir auch das erste Mal hier bei einer Untersuchung und ich muss sagen, dass es relativ vergleichbar ist. Die Ärztin war sehr freundlich und das gesamte Team sehr bemüht.
Entgegen der Aussage unserer deutschen Ärzte gibt es hier auch sehr wohl Kombi-Impfungen, so dass die Kinder nicht 5 oder 6x gepiekst werden, sondern eben wie in Deutschland nur 1 oder 2 mal.
Allerdings kosten die Impfstoffe hier nur einen Bruchteil dessen, was wir in Deutschland bezahlt hatten...

Klima und Kleidung
Angesichts des wärmeren und feuchteren Klimas hier in Florida ändert sich natürlich auch die Art, das Baby zu kleiden. Im Gepäck hatten wir ja noch viele Hosen, langarm Bodies oder auch Strumpfhosen. Das alles brauchen wir hier im Alltag eher wenig bis niemals.
Die Maus hat hier eigentlich nur kurze Sachen - ganz toll sind z.B. die Einteiler, welche man bei Carters bekommt. Das ist eine Art Body-Anzug, also alles kurzärmlig. Sieht süß aus, ist praktisch und für die Maus lässt es sich dadurch gut aushalten.
An kälteren Tagen auch schon mal Kurzarm-Body und Leggins. Wenn man abends mal essen geht auch schon mal ein leichtes Strickjäckchen, weil in den Restaurants die Klima oft recht kühl ist.
Babykleidung ist hier ja schon erheblich günstiger und man spart eine Menge Geld weil
a) günstiger und
b) man braucht weniger Sachen :-)

Sonnencreme und Hut
Wichtiges Thema hier in Florida. Wenn man rausgeht muss man eincremen.
Nachdem sich Annika mit dem Thema Sonnencreme beschäftigt hat stellt man auch hier fest, dass ziemlich viel Mist am Markt verkauft wird. Wir halten uns daher von den billigen Handelsmarken wie Copperplate etc. fern und nutzen nur Sonnencreme, die als unbedenklich eingestuft wurde. Dazu haben wir uns viel mit Bekannten ausgetauscht und im Internet recherchiert. Badger hat z.B. eine tolle Sonnencreme.
Kosten auch entsprechend, aber wir persönlich halten das für notwendig und wichtig.

Genauso wichtig ist natürlich die UV-Kopfbedeckung, die immer dabei ist und reichlich zu trinken, damit Baby genügend Flüssigkeit bekommt.

Eintritte & Co.
Bis auf 2 Ausnahmen waren bislang alle Eintritte für Helene umsonst. Nahezu überall kosten Kinder erst ab 2 oder 3 Jahren. Einzig bei einer Fähre hätten wir 14 USD zahlen müssen, sind aber ohenhin nicht gefahren...

Aktivitäten
Am Anfang mussten wir etwas suchen, um Aktivitäten zu finden, die man mit Baby machen kann. Also solche Dinge wie Babygruppe, Baby-Schwimmen oder Buggy-Workouts.
Inzwischen haben wir aber alles gefunden und sind auch recht aktiv dabei.
Aktuell ist Helene einmal pro Woche bei Gymboree zum spielen und lernen. Nachdem wir bislang stets in der Gruppe der kleinsten waren kam jetzt der Schock - es geht eine Gruppe höher! Unser kleines Baby ist gar nicht mehr so klein und geht nun ab nächste Woche bei den größeren Babies spielen. Auf der einen Seite macht uns das als Eltern natürlich stolz, aber auf der anderen Seite sieht man auch mal, wie schnell die Zeit vergeht....
Zweite Aktivität ist Baby Schwimmen. Besonders in Florida wo überall Wasser ist sollte man sein Kind schon früh an Wasser gewöhnen. Dazu haben wir eine schöne Schwimmschule gefunden, wo Helene einmal pro Woche eine halbe Stunde im Wasser ist. Im Wasser spielen und planschen und natürlich tauchen (sie hat noch den Geburtsreflex und liebt das tauchen).
Helene ist sehr gerne im Wasser und geniesst es sehr, egal ob zu Hause in der Wanne oder eben bei der swim class. Wir können beide mit ins Wasser wenn wir das möchten. Haben wir anfangs auch gemacht, aber inzwischen wechseln wir uns ab, weil es einfach sehr aufwändig ist für eine halbe Stunde 2x umziehen, abtrocknen usw. - und nebenbei das Kind auch noch ein- und auskleiden, pampern, etc..

Wir haben jetzt noch weitere interessante Dinge gefunden wie z.B. eine Spiel-Einrichtung die weniger eine strukturierte Stunde anbieten, sondern eher einen Ort wo sich Mütter und Väter mit gleichaltrigen Babies treffen um zu spielen und sich auszutauschen. Dazu wird viel hochwertiges und natürliches Spielzeug angeboten plus ein paar Aktivitäten wie Musik- oder Lesestunden. Ich denke das werden wir uns bald mal anschauen.
Und auch Buggy workout haben wir neulich mal angeschaut. Eher zufällig, weil eine Gruppe aktiv war, als wir im Park spazieren waren. Annika fand es sehr interessant und vielleicht macht sie demnächst mal auf Probe mit - wir werden sehen.

Im Unterschied zu Deutschland ist es hier fast immer so, dass man eine Mitgliedschaft erwirbt und monatlich bezahlt. Monatlich kündbar. Dafür laufen die Kurse im Prinzip kontinuierlich das ganze Jahr und es kommen laufend neue Mitglieder dazu und es scheiden auch immer welche aus. Sind also keine abgeschlossenen Kurse oder Gruppen. Eigentlich ganz angenehm, weil man jederzeit dazu kann und man auch schnell aufgenommen wird.

Fazit:
Alles in Allem ist der Alltag hier mit Kind schon sehr gut zu meistern. Es wird viel angeboten, manchmal muss man etwas suchen, aber wenn man mal ein paar Sachen gefunden hat, dann läuft das recht schnell über den Austausch mit anderen Müttern / Vätern.
Die Amerikaner sind m.E. sehr kinderfreundlich und tolerant.
In Restaurant ist man gerne gesehen, auch wenn der Stroller den halben weg versperrt und wir haben noch nie etwas negatives mit oder wegen der kleinen Maus erlebt.
Von daher eine tolle Erfahrung hier!

Song of the day: Peanut butter & jelly (unser Lieblingssong bei Gymboree)

Mittwoch, 16. April 2014

Unsere Erfahrungen mit der Freundlichkeit

Allgemein ist es ja hinlänglich bekannt, dass die Amerikaner als wesentlich freundlicher und höflicher im Vergleich zu Deutschen gelten.
Heute will ich mal meine Erfahrungen nach knapp 3 Monaten USA dazu festhalten, was wir so beobachtet und erlebt haben.
Das Ganze fasse ich mal in einer Art Ranking zusammen. Es wäre schön wenn der ein oder andere auch mal einen Kommentar zu seinen Erfahrungen da lässt, weil mich die unterschiedliche Wahrnehmung schon mal interessieren würde.

Das Ranking geht von 1- die freundlichsten Menschen bis X - die unfreundlichsten, welche uns hier begegnet sind.

1. Menschen die etwas verkaufen möchten
Ganz klar und auch nicht wirklich überraschen. Wenn man irgendwo etwas kaufen möchte wird man hier sehr zuvorkommend und höflich behandelt.
Wie ich in einem anderen Beitrag schon mal geschrieben habe ist es manchmal direkt unangenehm, einen Kauf nicht zu tätigen, weil sich der Verkäufer sehr viel Mühe machte oder eben sehr nett zu einem war. Aber das muss man hier lernen und das tue ich auch schrittweise - das höfliche Absagen.
Erstaunlicher Weise erlebt man auch dann noch einen meist sehr höflichen Verkäufer.

2. Menschen die eine Dienstleistung erbringen
Hier meine ich zum Beispiel Leute, die einem telefonisch eine Auskunft geben oder Angestellte im Supermarkt, Zoo oder Restaurant. Hier habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht mit hilfsbereiten und bemühten Menschen. Service wird hier ja groß geschrieben und ich merke das auch.
Natürlich müssen die Meisten berufsbedingt auch freundlich sein, aber das ist ja trotzdem angenehm und etwas Positives.
Besonders in den Läden wo wir häufiger zu finden sind erinnern sich viele an uns (wegen dem Stroller, ihr wist schon - really cool stroller) und schäkern mit uns rum.

3. Menschen die einem in der Öffentlichkeit begegnen
Zunächst mal kommt man hier ja sehr schnell ins Gespräch in Warteschlangen, Aufzügen oder an der Kasse. Es ist uns aber auch schon aufgefallen, dass uns fast alle Jogger, Fahrradfahrer und Fußgänger, die uns begegnen sehr nett grüßen. Gerade auf unserer Stammstrecke - vom Reserve zum Walmart.
75% der Autofahrer sind hier auch sehr zuvorkommend und warten oder winken uns vorbei. Leider gibt es da aber auch 25% welche die Verkehrsregeln nicht beherrschen. Vermutlich wie überall auf der Welt....

4. Lieferanten und Monteure
Also hier trennt sich die Spreu sehr stark vom Weizen. Hier haben wir schon Licht und Schatten erlebt. Aber sehr viele der Lieferanten, Post- bzw. Paketboten oder der Möbelmonteure waren vergleichsweise unfreundlich. Es gab da auch ein paar Ausnahmen, aber das Gros war schon eher nüchtern und sehr sparsam mit Worten.
Etwas unsicher bin ich, wo ich die Essens-Lieferanten aufliste. Man hat ja nicht viel Kontakt und die sind auch meist in Eile, weshalb ich diese mal ausnehmen möchte. Wüsste jetzt auch nicht was ich außer der Frage nach dem Wechselgeld und einem schönen Abend noch groß reden sollte....

5. Unsere Nachbarn in der Community
Das ist so ziemlich das Letzte, was ich erwartet hätte. Ursprünglich war unser Gedanke ja mal, in eine Community zu ziehen, weil man dort neben den ganzen Annehmlichkeiten der Anlage auch schnell in Kontakt mit anderen Leuten kommt. Aber da lagen wir falsch. Im Gegenteil. Die Community Bevölkerung hier in unserer Anlage ist eher kontaktscheu und teilweise sehr unfreundlich. Damit meine ich z.B., dass man sich keines Blickes würdigt oder auch nicht grüßt, obwohl wir zuerst freundlich gegrüßt haben. Man wird schlichtweg ignoriert. Nicht von allen, aber 50% unserer Nachbarn laufen mit gesenktem Blick oder Handy am Ohr von Tür zu Auto.
Wir haben jetzt keine Probleme hier mit irgendjemandem, aber für uns war das schon recht gewöhnungsbedürftig.
Dave unser direkter Nachbar war zwar recht freundlich, allerdings habe ich ihn auch erst 2x gesehen.
Unten wohnt noch eine ältere Frau, die sich auch mit Namen vorgestellt hat. Ansonsten ignoriert man sich hier scheinbar.
Da es ja auch keine Namensschilder gibt ist die Anonymität natürlich noch höher, weil man nicht mal weiß wie der Nachbar heißt. Unsere deutschen Bekannten hier in Jax haben uns aber schon beruhigt und uns bestätigt, dass das hier wohl normal sei.
Irgendwie verstehe ich das auch, denn hier ist ja auch ein häufiger Wechsel und da gibt man sich nicht  mit jedem sofort ab. Dennoch hat uns das sehr überrascht.

So weit unsere Beobachtung und Einschätzung zum Thema Freundlichkeit der Menschen hier.
Wie gesagt, weitere Erfahrungen gerne in den Kommentaren.

Song of the day: People are people - Depeche Mode
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